Egal was man macht, es geht von Anfang an dem Ende zu!

Liebe Leserinnen und Leser,

vielen von Euch wird aufgefallen sein, dass es die letzten 2 Wochen hier keine Beiträge von mir gab. Das lag in erster Linie daran, dass ich diese Tage auf der faulen Haut liegend in Frankreich verbracht habe und mir dabei Gedanken über meine zukünftigen Projekte gemacht habe.

Eines ist mir dabei klar geworden: ich tanze mit meinem Arsch auf zu vielen Hochzeiten. Dann habe ich mir überlegt, auf welchen Hochzeiten ich künftig nicht mehr tanzen möchte und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass eine davon dieser Blog ist. Das ist einerseits tragisch, andererseits aber völlig egal. Denn meine Inhalte kannst Du künftig trotzdem lesen, nur eben auf einer anderen Seite, und zwar auf http://www.martin-schmidt.at/.

Dabei handelt es sich um meine persönliche Seite als Trainer, Autor, Coach und Blogger und ich habe mich entschlossen, all jene Beiträge, die ich bisher hier geschrieben habe, künftig auch auf dieser Seite zu veröffentlichen. Warum? Das hat mehrere Gründe. Der erste davon ist sicher die Bündelung meiner Aktivitäten auf weniger Kanäle als bisher. Der zweite und weitaus wichtigere Grund ist jedoch, dass ich mich themenmäßig nicht mehr einschränken möchte. Das Themenfeld „Selbstmanagement“ ist mir in den letzten Wochen zu eng geworden, es war ein Korsett, in das ich mich gepresst fühlte und aus diesem möchte ich mich nun mit diesem Schritt befreien.

Ich werde auf meinem persönlichen Blog auch gegen die goldene Bloggerregel verstossen und künftig keine fixen Veröffentlichungstermine mehr haben, sondern genau immer dann schreiben, wenn ich der Welt etwas mitzuteilen habe. Das finde ich ehrlicher und ich denke auch, dass es der Qualität der Texte durchaus zuträglich sein wird.

Natürlich richte ich an dieser Stelle meine Bitte an Dich, mich auch weiterhin auf meiner neuen Seite zu begleiten. Falls Du mich über Facebook abonniert hast, musst Du dazu überhaupt nichts machen und bekommst auch zukünftig einen Hinweis, wenn es Neuigkeiten auf meiner Seite gibt.

Falls Du bisher per E-Mail über Neuigkeiten informiert wurdest, so bitte ich Dich, jetzt auf http://www.martin-schmidt.at/ zu switchen und einfach rechts oben beim Menüpunkt „Blog via E-Mail abonnieren“ Deine E-Mail-Adresse einzutragen. Dann erhältst Du jedes Mal einen kleinen Hinweis, wenn es wieder Neuigkeiten von mir gibt.

Danke an alle, die mir bisher die Treue gehalten und mit ihren Kommentaren diesen Blog bereichert haben. Es würde mich freuen, Euch auch auf meiner persönlichen Seite als Leser weiterhin begrüßen zu dürfen. Diesen Blog werde ich noch eine Zeit lang online stehen lassen…

So long,

Martin

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Mein neues Buch ist fertig!

Liebe Leserinnen und Leser,

heute darf ich Euch mit Stolz verkünden, dass mein neues Buch fertig ist.

Dieses Mal habe ich mich dem Thema „Prokrastination“ – umgangssprachlich auch besser unter dem Begriff „Aufschieberitis“ bekannt – gewidmet. Dabei beschreibe ich Strategien, wie man sich selbst dazu bringt, seinen Arsch in Bewegung zu setzen und endlich damit beginnt, Dinge zu erledigen. Deshalb heißt das Werk auch schlicht und einfach „Arsch hoch, Du Faulpelz!“.

Wie schon bei meinem Buch „Nackt besser aussehen in 30 Tagen“ habe ich auch hierfür wieder eine kleine Rahmenstory geschaffen. Ich bin mir selbst nicht ganz sicher, aber ich glaube, dass sogar einer der beiden Hauptprotagonisten aus diesem Buch wieder auftaucht. Zumindest hat er genau den gleichen Namen…

Das Buch wird für einen sehr kurzen Zeitraum zum absoluten Vorzugspreis von 99 Cent auf Amazon zu erwerben sein. Ich kann Euch daher nur empfehlen – und selbstverständlich bitte ich Euch auch darum – mein Buch so schnell wie möglich zu kaufen.

Wie schon bei den vergangenen Werken würdet ihr mir sehr helfen, wenn ihr mir auf Amazon eine Rezension schreibt. Das ist nach wie vor das wichtigste Kaufentscheidungskriterium für Kunden auf Online-Plattformen. Ihr kennt das ja vielleicht von Euch selbst: man sieht sich etwas an, dann liest man ein paar Bewertungen und meistens sagt dann das Unterbewusstsein beim Überfliegen „Ja“ oder „Nein“. Und falls keine oder sehr wenige Bewertungen vorhanden sind, dann fehlt oft das nötige Vertrauen in die Qualität des Produkts, um auch wirklich auf den „Kaufen“-Butten zu klicken.

Leider ist in der Vergangenheit kaum einer von Euch diesem Aufruf gefolgt, daher habe ich mir für dieses Mal überlegt, ich richte die Bitte dreifach und in Großbuchstaben an Euch, ok? Also: BITTE, BITTE, BITTE SCHREIBT MIR EINE GUTE REZENSION AUF AMAZON FÜR MEIN NEUES BUCH! 🙂

Ok, sollte Es Euch wider Erwarten nicht gefallen, reicht es natürlich auch, wenn Ihr mir per E-Mail mitteilt, was Euch an dem Buch nicht so gut gefallen hat.

Nach getaner Tat werde ich mich jetzt erst einmal für zwei Wochen in den Sommerurlaub nach Frankreich verabschieden und Inspiration, Kraft und Energie tanken für meine weiteren Projekte, die ich in den nächsten Monaten und Jahren umsetzen möchte.

Bis zu meiner Rückkehr wünsche ich Euch viel Spaß mit Euch selbst und freue mich schon auf die vielen positive Bewertungen auf Amazon, die ihr mir schreiben werdet!

Wenn Du willst, dass Dir die Leute zuhören, dann erzähle ihnen eine gute Geschichte!

Storytelling! Dieser Begriff greift um sich in der Welt des Marketings, des Vertriebs und auch in meiner Branche als Coach und Trainer. Doch worum geht es dabei?

Du willst Leuten etwas verkaufen oder Inhalte näherbringen. Dazu gibt es eine ganz einfache Möglichkeit. Du gestaltest eine Powerpoint-Präsentation mit ein paar inhaltsschwangeren Folien zum Thema und gehst mit Deinem Publikum die Inhalte Folie für Folie, vielleicht sogar noch Satz für Satz durch. Im Laufe Deines Vortrages wirst Du dabei oft bemerken, wie Deine Zuhörer öfter auf die Uhr schauen oder gähnen. Das liegt in den meisten Fällen dann nicht daran, dass sie müde sind oder keine Zeit haben, sondern ganz alleine an der Langeweile, die sie empfinden.

Wenn Du Dir diese Frusterlebnisse in Zukunft ersparen möchtest, dann musst Du die Leute dort abholen, wo sie sind und mit Emotionen packen. Du musst ihnen eine Geschichte erzählen. Wir Menschen sind einfach so programmiert, dass wir gerne Geschichten hören. Wir hören sie nicht nur gerne, wir schenken ihnen sogar Glauben, wenn wir der Meinung sind, dass sie authentisch sind. Das wirst Du als Zuhörer doch auch schon festgestellt haben.

Die Meister dieser Zunft treten dann international bei TED Talks oder im deutschsprachigen Raum beispielsweise bei der Veranstaltungsreihe GedankenTanken auf. Zwei Beispiele für außerordentlich gutes Storytelling findest Du hier:

Hubertus Massong: Greif nach den Sternen –> hier fängt Hubertus locker zum Erzählen an und macht ein paar beiläufige Scherze, bis den Teilnehmern das Lachen im Hals steckenbleibt. Und ab diesem Zeitpunkt hat er das Publikum bis zum Ende des Vortrages voll bei der Sache und bringt seine Botschaft punktgenau an den Mann und an die Frau.

Dave Isay: StoryCorps –> hier erklärt Dave Isay das Konzept der StoryCorps anhand von sehr emotionalen Beispielen und beginnt den Vortrag mit seiner eigenen Story. Er leitet seinen Vortrag mit den Worten „Tonight, I’m going to make the case that inviting a loved one, a friend or a stranger to record a meaningful interview might just turn out to be one of the most important moments in that person’s life — and in yours!“ ein und hatte mich damit für den Rest seines Vortrages für sich gefangen.

Diese Vortragenden sind natürlich Experten auf ihrem Gebiet. Aber das waren sie nicht von Geburt an. Auch sie haben erst lernen müssen, wie sie es schaffen können, ein Publikum mit einem Vortrag zu fesseln und am Schluss mit ihrer Kernbotschaft zu verabschieden. Ich habe Dir hier eine Liste mit 10 Dingen zusammengestellt, die Du machen kannst, damit auch Du künftig bei Deinen Erzählungen in faszinierte Augen blickst…

1. Plane Deine Story rund um die Schlüssel-Message, die die Zuhörer mit nach Hause nehmen sollen. Denke darüber nach, was der wichtigste Punkt in der Story ist und schließe die Story genau damit ab. Das ist es, was die Leute mitnehmen und was sie im Gedächtnis behalten.

2. Halte Deine Geschichten kurz. 3 bis 5 Minuten pro Story sind bei der Aufmerksamkeitsschwelle der Zuhörer in Zeiten von Social Media absolut ausreichend. Wenn Du einen längeren Vortrag hältst, erzähle mehrere kurze Stories oder verknüpfe sie ineinander.

3. Bei guten Stories gibt es immer einen Konflikt oder eine große Herausforderung. Ohne dem ist es uninteressant. Der entscheidende Teil ist immer jener, in dem Du erzählst, wie Du mit den Leuten und dem jeweiligen Thema umgegangen bist.

4. Denke wie Quentin Tarantino. Du willst Deine Story auf die Leinwand bringen. Wie gehst Du dabei vor? Sorge dafür, dass sie einen Anfang, einen Mittelteil und einen Schluß hat. Bau Spannung auf und sorge für Überraschungen. Nichts ist öder als Vorhersehbarkeit!

5. Ein guter Start ist immer, wenn Du eine Person und seine Ausgangssituation beschreibst. Danach intensivierst Du mit der Anreicherung von Ort, Zeit und anderen Leuten. Das hält das Publikum bei Laune.

6. Sorge für Ups and Downs und Überraschungsmomente. Denke dabei an einen Horrorfilm. Der lebt von diesen Überraschungsmomenten. Führe Dein Publikum ins Tal der Tränen und hol sie dort am Ende wieder raus mit dem Erlösungsteil.

7. Sprich in einer lebendigen Sprache. Wenn Du unterschiedliche Charaktere beschreibst, dann schlüpfe in ihre Rollen. Du musst dabei nicht übertreiben, aber das Publikum soll erkennen, wer gerade zu ihnen spricht. Bring Emotion in Deine Sprache. Wenn etwas traurig ist, dann sprich leise und senke Deinen Kopf, wenn was überraschend oder erschreckend kommt, dann reiss die Augen auf und sprich laut.

8. Du darfst Powerpoint auch weiterhin nutzen. Aber Du sollst es nicht überstrapazieren. Bevor Du eine komplizierte Tabelle oder Infografik oder 10 Sätze an die Wand wirfst, such Dir lieber ein aussagekräftiges Bild und bau die Story rund um dieses Bild auf.

9. Du bist kein geborener Geschichtenerzähler und brauchst Übung. Erzähle Deine Geschichten also zunächst guten Freunden oder Familienmitgliedern und beobachte, wie sie darauf reagieren. Nicht nur Du, auch die Geschichte braucht Übung. Mit der Zeit entwickelt sie sich und Du erkennst, wo das Publikum lacht, erschrickt oder gespannt lauscht. Mit jeder Erzählung wird Deine Story besser!

10. Du musst Dir einfach verinnerlichen, dass die Leute ihre Entscheidungen nicht mit der rationalen linken, sondern mit der verspielten rechten Gehirnhälfte treffen. Deshalb funktionieren ja Stories auch so gut. Am Anfang wird das schwierig für Dich sein. Vor allem, wenn Du jemand bist, der bisher ausschließlich mit Fakten argumentiert hat. Aber mit der Zeit wird es Dir immer mehr Spaß machen, den Leuten gute und authentische Stories zu erzählen, weil Du mit der Zeit auch bemerken wirst, welche Freude Du damit Deinem Publikum bereitest und welche Erfolge Du damit erzählst.

11. Überrasche Dein Publikum. 😉

Vor cirka zwei Jahren bekam ich den Auftrag, vor einer Gruppe von Personalverantwortlichen einen Vortrag zum Thema Zeitmanagement zu halten. Ich begann meinen Vortrag mit einer gut ausgearbeiteten Präsentation und zeigte den Leuten die Ergebnisse einer Umfrage zum Thema „Umgang mit Zeitmanagement in Klein- und Mittelunternehmen im EU-Ländervergleich“. Schon bei der ersten Folie merkte ich, wie einer der Teilnehmer zu schnaufen begann. Ein wenig verunsichert präsentierte ich aber weiter meine Ergebnisse, doch bei der dritten Folie meinte er auf einmal: „Wie lange wollen Sie uns denn noch mit dieser Scheissumfrage quälen, erzählen sie uns endlich etwas über Zeitmanagement, was wir noch nicht wissen und mit dem wir etwas anfangen können!“. Ich war geschockt…

Wie geht es wohl weiter? Was ist dann passiert? Bist Du neugierig? Dann freue ich mich, denn dann habe ich Dich mit dem Beginn einer neuen Story gefesselt. Oder war es doch ein Langweiler. Wie wäre es damit:

Als ich gestern heimkam, lief mir mein dreijähriger Sohn aufgeregt schreiend mit einem blutverschmierten T-Shirt meiner Frau entgegen…

Vielleicht habe ich jetzt Deinen Nerv getroffen. Wieder nicht. Macht auch nichts, dann erfinde doch am Besten Deine eigene Story. Ich wünsche Dir viel Spaß dabei! Wenn Du willst, darfst Du mir sie auch erzählen…

Die Probleme anderer Leute sind die Probleme anderer Leute!

Bist Du ein Kümmerer? Du weißt schon: jemand, der sich ständig und überall darum sorgt, dass alles in Ordnung ist. Du sorgst immer dafür, dass es allen gut geht und dass sich alle wohl fühlen.

Nicht nur bei Deinem eigenen Fest, sondern auch auf Feiern, die von anderen Menschen veranstaltet und organisiert werden. Die Knabbereien sind alle? Du fährst auf die nächste Tankstelle und besorgst ein paar Packungen Chips um 3 Euro pro Packung.

Hältst Du an, wenn ein Auto auf der Autobahn auf dem Pannenstreifen steht? Schon, oder? Vielleicht kannst Du ja helfen. Vielleicht ist ja nur der Sprit alle. Dann fährst Du 50 Kilometer und holst ein paar Liter Benzin. Natürlich mit Deinem Reservekanister. Und den schenkst Du dann auch noch her.

An wen wenden sich Deine Freunde und Bekannten, wenn es Ihnen wieder einmal schlecht geht und sie jemand brauchen, der ihnen zuhört, weil sie krank sind oder weil sie ihren Job verloren haben, oder vielleicht ihren Partner oder sogar den Sinn im Leben. Komm, zeig mir Dein Ohr! Ist es noch ganz oder sieht es schon so aus wie das von Niki Lauda, weil es alle Leute immer abkauen.

Ich verrate Dir etwas: Du bist ein großartiger Mensch. Jetzt wartest Du wahrscheinlich auf das ABER. Hier ist es: die Probleme anderer Leute sind die Probleme anderer Leute. Du bist nicht dafür verantwortlich. Verstehe mich nicht falsch: ich fordere Dich nicht dazu auf, ein egoistischer und ignoranter Tölpel zu werden, aber ich rate Dir, Dich emotional von den Problemen anderer Menschen zu distanzieren. Denn am Ende bist Du aufgeladen mit negativen Emotionen.

Falls Du Dir bisher beim Lesen gedacht hast, dass Dich das alles nicht betrifft, dann sei froh darüber. In diesem Falle bist Du nämlich kein „People Pleaser“. Also jemand, der es immer allen recht machen möchte und dem es immer wichtig ist, dass es allen gut geht. Wenn man immer nur darauf achtet, dass es allen gut geht, geht es genau einem Menschen nicht gut dabei und das ist man selbst.

Den Ausdruck „People Pleaser“ habe ich aus Roy Keanes Biografie geklaut, weil es das einfach so gut am Punkt bringt. Er beschreibt sich in seiner Biografie selbst als einer davon und führt beispielhaft an, dass er immer für alle Menschen in seinem Bekanntenkreis Freikarten zu seinen Spielen besorgt hat. Wenn nicht genügend Freikarten vorhanden waren, dann hat er selbst welche nachgekauft und diese dann verschenkt. Der Drang, die Leute zufriedenzustellen war ihm also wichtiger als der finanzielle Verlust, den er dadurch erlitten hat.

Ein Phänomen, das solche Leute ebenfalls immer wieder feststellen müssen, ist: Immer nett und einmal Arschloch = Arschloch; immer Arschloch und einmal nett = nett! Was ist mit dieser Gleichung gemeint? Wenn man in der Tendenz kein People Pleaser ist, sich aber dann doch einmal dazu hinreißen lässt, eine selbstlose Geste zu zeigen, dann wird das von anderen Menschen honoriert, gewürdigt und positiv weitererzählt. Wenn man es jedoch in der Regel immer allen recht macht und einmal dann ein konsequentes NEIN von sich gibt, dann wird man von anderen Menschen oft als Arschloch kategorisiert und das wird dann auch noch brav im gesamten Bekanntenkreis rumerzählt.

So, damit schließe ich den heutigen Artikel und überlasse die Entscheidung Dir, wie Du mit diesen Gedanken umgehst. Als echter People Pleaser wäre es zwar sehr nett von mir gewesen, diesen Artikel mit einer Empfehlung zu beenden, aber schließlich muss ja auch ich meine eigenen Lektionen lernen…in diesem Sinne wünsche ich Dir wieder einmal viel Spaß mit Dir selbst!

Jobs mit Arschloch-Faktor

Vor ein paar Tagen habe ich mir überlegt, dass ich noch nie etwas in meinem Leben gearbeitet habe, das wirklich sinnvoll ist. Also sinnvoll in dem Sinne, dass es der Menschheit, dem Planeten oder dem Universum etwas bringt und nicht nur meinem Girokonto.

In diesem Zusammenhang ist auch wieder einmal die Sehnsucht in mir aufgekeimt, einer sinnvollen Beschäftigung nachzugehen. Das passiert bei mir in regelmäßigen Abständen und ich nenne es meine persönliche „Wolke von Sinnlosigkeit“, die ich in einem Song auch schon einmal entsprechend vertont habe. Wer des Wienerischen mächtig ist, die Zeilen lauten wie folgt:

Es gibt Phasen in mein Lebm, do gfreit mi überhaupt nix mehr.
Do bin i oft traurig und schlecht drauf, glaub von mir söba, dass i nix schoff.
Ka Ahnung, wia ma sowas nennt, mein Woikn von Sinnlosigkeit.
Und es vergeht meistens a Schippl Zeit, bis mi davon irgendwas befreit.

 Therapeuten würden beim Lesen dieser Textzeilen wahrscheinlich eine leichte Depression diagnostizieren, aber so schlimm, wie es klingt, ist es in der Praxis nicht. Die meisten Songwriter neigen in ihren Texten einfach zu Übertreibungen, wo bliebe denn sonst die Dramatik und Spannung.

Gut, ich schweife ab. Meine weiteren Gedanken gingen dann jedenfalls in eine tröstlichere Richtung und ich habe mir selbst gut zugeredet und mir gesagt, dass ich wenigstens niemanden abzocke, kontrolliere, seiner Freiheit beraube, bevormunde oder sonst irgendetwas in die Richtung mache.

Dann habe ich überlegt, was denn so richtige Arschloch-Jobs sind und mir sind dabei die folgenden Top Ten eingefallen (die Reihenfolge ist beliebig):

  • Kurzparkzonenkontrolleur
  • Fahrscheinkontrolleur
  • Outbound-Callcenter-Agent für Klassenlotterielose
  • Schuldeneintreiber im Inkassobüro
  • Polizist
  • door-to-door-Vertriebsmitarbeiter
  • Vorgesetzter der door-to-door Vertriebsmitarbeiter
  • Guter-Zweck-Bahnhofskeiler (Vier Pfoten, Rotes Kreuz,…), Flughafen-Kreditkartenkeiler
  • Ausbildner beim Militär

Einer ist noch offen. Da bitte ich die geneigte Leserschaft um entsprechende Vorschläge…

Bis dahin bin ich wieder einmal ganz glücklich mit meinem Job und hoffe, Ihr seid es auch. Und irgendwann in meinem Leben finde ich dann auch noch den ganz großen Sinn bei der Arbeit, irgendwann, irgendwann…

SMART Ziele formulieren und erreichen…AM ARSCH!

SPOILER: Heute bin ich in der Wortwahl ein wenig derbe! 😉
In meinem Broterwerbsjob als Trainer versuche ich jeden Tag, arbeitssuchenden Menschen beizubringen, wie wichtig es ist, sich einerseits die richtigen Ziele und andererseits auch die Ziele richtig zu setzen. Der berühmte Unterschied zwischen Effektivität und Effizienz kommt in diesem Satz wieder einmal zum Vorschein, den ich übrigens für ungefähr genauso bescheuert halte, wie die ganze Sache mit dieser Zielsetzerei über die ich den Leuten täglich erzähle.
Das Netz ist voll von Seiten, die Dir die SMART-Methode erklären. Die Wörter und Erklärungen variieren dabei immer ein wenig, im Großen und Ganzen geht es aber darum, dass Ziele spezifisch, messbar, attraktiv oder akzeptiert, realistisch und terminiert sein sollen.
Fast jeden Tag auf´s Neue bringe ich diese Methode auch meinen Zuhörerinnen und Zuhörern näher. Doch in letzter Zeit erhöht sich die Anzahl der Tage, an denen ich denke, dass das einfach nur absoluter Bullshit ist. Eine Methode, die unser Leben in Schubladen steckt und die keinen Raum für Kreativität lässt.
Klar, für Leute, die sich noch nie mit dem Thema Zielsetzung beschäftigt haben, ist die Erklärung von SMART sehr hilfreich. Ebenso hilfreich wäre es jedoch, wenn man diesen Leuten dann gleich im Anschluss an die Erklärung sagt, dass sie diesen Bullshit gleich wieder vergessen sollen, weil es ungefähr so ist, wie wenn ich einem jungen Burschen erkläre, wie er vorgehen muss, wenn er das erste Mal mit seiner Freundin rammelt. Gut, wenn man die theoretische Erklärung einmal gehört hat und vielleicht einmal jemand anderen bei der Umsetzung zusieht (es gibt angeblich Seiten im Netz, wo man Leute beim koitieren in vielen Variationen beobachten kann), für die Praxis jedoch zu mindestens 99 % irrelevant, wenn das erste Mal die nackte Mieze vor einem liegt.
Nicht anders verhält es sich doch bei den Zielen. Ich kann mir noch so toll vornehmen, dass ich mir einen neuen Job suche, und klar ist das spezifisch, wenn ich auch noch ausformuliere, welcher Job es denn sein soll. Aber gleichzeitig ist es auch schon wieder einschränkend. Denn wenn auf einmal mitten in meiner Suche ein Jobangebot auftaucht, wo ich mir denke, Yeah, that´s it, aber FUCK, das ist leider außerhalb meiner Zielspezifikation, soll ich mich dann bewerben oder nicht?
Wenn ich mir vornehme, dass ich ein geiles und selbstbestimmtes Leben führen möchte und für die Messbarkeit mittels SMART keine geeigneten Indikatoren finde, soll ich dann nicht trotzdem versuchen, so ein Leben zu führen?
Muss mein Ziel wirklich immer attraktiv sein, oder muss man vielleicht auch einmal ein paar Meter durch die Scheiße waten, um zur grünen Wiese zu gelangen? Klar, entgegnen mir jetzt sicher die gläubigen SMARTIANER unter Euch, deshalb gibt es ja für A auch das zweite Wort „akzeptieren“. Also kannst Du es ja wenigstens akzeptieren, durch die Scheiße zu laufen. Doch was ist, wenn ich es nicht akzeptiere? Warum muss ich mir hier überhaupt diese dämliche Frage stellen?
Und was heißt denn jetzt schon wieder realistisch? Wenn wir Menschen immer realistisch gewesen wären, dann würden wir heute noch in der Höhle sitzen oder wären schon längst ausgestorben, hätten aber zumindest nicht so geile Dinge wie das Rad oder Facebook erfunden, oder? Also haut mir bitte ab mit Realismus, der ist der Killer jeder Kreativität. Wenn ich mir vornehme, dass ich in meinem Leben noch eine Million Bücher verkaufen werde, ist das jedenfalls viel motivierender für mich und mehr Antrieb, als wenn ich sage, nächsten Monat könnte ich mich von 180 auf 196 Exemplare steigern, da gebe ich doch einen Furz drauf.
Bleibt noch die Terminierung. Klar, was keinen Endzeitpunkt hat, motiviert mich nicht und lässt mich auch nicht ans Werk gehen. Aber ganz ehrlich: wenn ich mir für etwas einen Endzeitpunkt setze und einfach keinen Bock auf die Umsetzung habe, dann bringt mir der ganze Termin nichts. Im Gegenzug werde ich sofort mit etwas beginnen, wenn ich einfach geil drauf bin, dass ich es erreiche oder habe. Wenn ich morgen auf ein Bierchen gehe und in einem Lokal die Frau meiner Träume sehe, dann pfeife ich auf SMART und auf Terminsetzerei, dann geh ich da hin und quatsch die Dame an, so einfach ist das. (Nicht ich persönlich, denn ich habe ja die Dame meines Herzens schon zuhause…).
Und trotzdem werde ich mich morgen wieder vor meine Gruppe hinstellen und ihnen ein wenig über SMART erzählen. Weil sie erst wissen müssen, was SMART ist, damit sie entscheiden können, in welchen 2 % der Fälle SMART sinnvoll ist und in welchen 98 % der Fälle sie sich diese Methode auf ihren Arsch kleben können. Aber ich werde das morgen mit den Gedanken an diesen Blog auf jeden Fall mit einem Grinser im Gesicht erklären und ich werde auch dezente Hinweise darauf geben, dass das, was ich da im Moment gerade so schwafle, unter Umständen auch absoluter Bullshit sein könnte. Genauso wie das, was ich hier im Moment gerade schreibe, diese Entscheidung liegt nun ganz alleine in Deiner Hand.
Fazit: setz Dir Ziele, aber vergiss dabei nicht, Dein Leben zu leben und Spaß zu haben. Am Ende wirst Du Dir nämlich nicht die Frage stellen, ob Du immer alles SMART erledigt hast, sondern wohl eher, ob Dein Urlaub am Planeten Erde „Gefällt mir“-Status erreicht hat.

Günter oder die Verletzung einer goldenen Blogger-Regel

Diese Woche habe ich gegen eine der wichtigsten Blogger-Regeln verstoßen. Jeder erfolgreiche Blogger von Markus Cerenak bis Pat Flynn predigen es: sei regelmäßig. Vereinbare fixe Termine für die Veröffentlichung Deiner Blog-Artikel und halte Dich daran mit eiserner Disziplin.

Nun, wer meinen Blog schon längere Zeit liest, der wird bemerkt haben, dass meine Artikel jeden Montag erscheinen. Sozusagen als guter Start in die Woche. Ich habe das zwar noch nie irgendwo so veröffentlicht oder es dogmatisch festgehalten, aber zumindest für mich selbst habe ich es beschlossen und durch die Regelmäßigkeit wohl auch eine Erwartungshaltung bei der geschätzten Leserschaft geschürt.

Aber diesen Montag habe ich keinen Artikel veröffentlicht. Zu meiner Enttäuschung musste ich bemerken, dass mich keiner darauf aufmerksam gemacht hat und ich hege den Verdacht, es ist nicht vielen Leuten aufgefallen…aber egal, ich habe eine gute Ausrede, nein viel mehr einen guten Grund: Günter! Günter ist ein sehr geschätzter Blogger-Kollege, aber viel mehr lieber Freund von mir, mit dem ich mich heute nach meinen Brotjob um 17 Uhr im ehrwürdigen Cafe Alt Wien getroffen habe.

Wenn ich Euch eine Beschreibung von Günter geben müsste, dann würde ich sagen, er ist entweder der Normalste unter den Schrägen oder der Schrägste unter den Normalen oder irgendwo dazwischen. Oder welche andere Bezeichnung würde Euch für jemanden einfallen, der es in einem Blog-Artikel schafft, Zen und Bon Jovi unter einen Hut zu bringen. Günter verkauft mass customized Zengärten für zuhause, die er auf seiner Website, auf der er gleichzeitig über WisZENswertes bloggt, feilbietet.

Irgendwie war ich mir sicher, dass er es schaffen wird, mir die nötige Inspiration für meinen dieswöchigen Blog-Artikel zu liefern. Und diese Hoffnung hat sich auch mehr als erfüllt. In unserem zweistündigen Gespräch streckte sich der Gesprächsbogen von Themen für mögliche gemeinsame Podcasts über die Vor- und Nachteile des Systems „bedingungsloses Grundeinkommen“ bis hin zu der Frage „Machst Du es Dir zu leicht oder machst Du es Dir zu schwer?“, was wir dann noch thematisch damit verknüpft haben, ob Dein inneren Antrieb eher „Freiheit“ oder „Sicherheit“ ist.

Leider mussten wir unser Treffen nach zwei Stunden beenden, weil Günter heute noch dem Konzert von Herbert Grönemeyer in der Wiener Stadthalle beiwohnen wird (eigentlich gerade beiwohnt, während ich diese Zeilen verfasse). Ich begleitete Günter dann noch zur U3 am Stephansplatz, weil ich ohnehin dort auch in meine U-Bahn (U1) einsteigen konnte und verabschiedete mich mit der Frage, mit wem er denn auf das Konzert gehe. Noch während der Frage ist mir eingefallen, dass Günter so gut wie fast alle Konzerte, die er sich ansieht (und das sind eine ganze Menge), alleine besucht. Und das war dann auch seine Antwort: „Ich geh mit mir hin!“. Darauf entgegnete ich ihm: „Das ist eh am Lustigsten!“ und habe es eigentlich nur so daher gesagt, mir dann aber, als ich mich umgedreht und gegangen bin, überlegt, dass ich es wirklich genau so gemeint habe. Das deckt sich wunderbar mit einer der Erkenntnisse aus meiner Erkenntniswoche: Ich bin gerne mit mir allein! Und es hat einfach wahnsinnig viele Vorteile, gerade auf einem Konzert. Man muss auf niemand Rücksicht nehmen, man kann sich hinstellen, wo man will, man wird während seiner Lieblingssongs nicht von der Seite angequatscht, man muss sich keine Sorgen machen, ob es den anderen Leuten auch gefällt, man kann sogar gehen, wenn es einem selbst nicht gefällt.

Dieses Gefühl, gerne alleine zu sein, dürfte also auf jeden Fall etwas sein, das wir beide gemeinsam haben. Das ist jetzt nichts Neues und nicht die Riesenerkenntnis, aber meine Hoffnung, Inspiration und Inhalt für den Blog-Artikel zu bekommen, hat sich nicht nur bestätigt, sondern wurde sogar noch übertroffen, nämlich insoferne, dass ich neben diesem Artikel sehr viel Inspiration und Motivation für weitere Artikel und andere Projekte mitgenommen habe.

Aber das sind dann wieder ganz andere Geschichten und wenn es zur Umsetzung kommt, werdet Ihr hier ohnehin die Ersten sein, die es mitbekommen.

Bis dahin wünsche ich Dir, lieber Günter, viel Spaß mit Herbert am heutigen Abend und Euch allen da draußen viel Spaß mit Euch selbst. Ich hoffe, Ihr nehmt mir die verzögerte Erscheinung nicht zu übel…

Loslassen

Wenn man einmal von Stephen Karpman gehört hat, dann kann es passieren, dass er einen nie wieder loslässt. Keine Angst, Stephen ist kein fieses Arschloch, das Dich erpresst oder sonst gemeine Dinge mit Dir anstellt: er ist der Erfinder des sogenannten Drama-Dreiecks.

Das komplette Modell hier zu beschreiben, würde ein wenig den Rahmen sprengen. Damit haben sich außerdem schon viel schlauere Leute als ich beschäftigt, daher verweise ich an dieser Stelle auf den entsprechenden Wikipedia-Eintrag.

Jedenfalls gibt es in diesem Dreieck immer einen Täter, ein Opfer und einen Retter. Lustigerweise benötigt man dafür laut Karpman nicht einmal drei Personen, es reichen schon zwei, um alle drei Rollen zu besetzen. Gut, in wenigen Fällen kann man es vielleicht auch alleine schaffen, vor allem, wenn man nicht alleine in seinem Körper wohnt, aber das ist schon wieder eine ganz andere Geschichte.

Bei meiner heutigen Laufrunde habe ich viel über das Thema „Loslassen“ nachgedacht. Viele Leute tun sich ja extrem schwer dabei, sich von Dingen zu lösen, obwohl sie ganz genau wissen, dass es besser wäre. Frei nach dem Motto: „Wenn das Pferd tot ist, dann steige ab!“. Doch das Problem dabei: absteigen tut weh. Denn wenn ich absteige, dann ist Schluss mit dem Zustand, in dem ich jetzt gerade bin. Und genau in dem Zustand fühlen wir uns meistens am wohlsten.

Da kommt wieder einmal die vielzitierte Komfortzone ins Spiel. Die hat nämlich in erster Linie nichts mit Komfort, sondern eher mit Gewohnheit zu tun. Ich werde auf Facebook eine Petition für die Umbenennung der Komfortzone starten, aber bis dahin müssen wir jetzt einfach einmal mit diesem Begriff leben, ok?

Bei der Laufrunde haben sich jedenfalls irgendwann die Gedankengänge „Loslassen“ und „Drama-Dreieck“ gekreuzt und mir ist aufgefallen, dass diese beiden Dinge unmittelbar zusammengehören. Denn in der Komfortzone sind wir immer Opfer. Und Opfer sein ist uns in den meisten Fällen sehr bequem. Das wäre an sich ja jetzt auch gar kein Problem, wenn die Welt voller kompetenter Retter wäre, aber die meisten Retter sind inkompetente Nichtsnutze, die den armen Opfern nicht weiterhelfen können.

Beispiel? Ein Unternehmer, dessen Geschäft nicht gut läuft und der kurz vor der Insolvenz steht, sieht sich als klassisches Opfer. Er hat alles unternommen, damit das Geschäft in Schwung kommt, aber die Kunden wollen einfach nicht kommen oder nicht genug zahlen. Die einzigen, die sich öfter – und zwar öfter als einem lieb ist – blicken lassen, sind die Institutionen, die Geld von einem haben möchten, was man noch gar nicht verdient hat: Finanzamt, Krankenkassa, Versicherungen, Vermieter und sonstige unerwünschte Leute, kurz zusammengefasst: die Gruppe der Täter. Was wir an dieser Stelle brauchen würden, wäre nun ein Robin Hood, ein Rächer der Enterbten, oder zumindest Batman oder zur Not würden vielleicht auch noch Tick, Trick und Track gehen, auf jeden Fall einen kompetenten Retter. Aber wer kommt stattdessen? Unser Saufkumpane, mit dem wir auf ein Bier oder zwei gehen und dem wir unser Leid klagen und der nichts Besseres zu tun hat, als uns mit tröstenden Worten zu „retten“. Er macht nichts, außer uns in unserer Opferrolle zu bestätigen und uns die Gewissheit zu geben, die wir auch vorher schon hatten: alle anderen sind Arschlöcher und ich bin einfach chancenlos.

An dieser Stelle kommt der Retter ins Spiel, den ich mir wünschen würde: den unbequemen Retter. Der einem sagt, dass man eben den Arsch hoch bekommen muss, dass man es auf andere Weise versuchen muss, denn das es auf diese Art und Weise nicht funktioniert, haben wir ohnehin schon hunderte Male bestätigt bekommen oder der einem eben sagt, dass das Pferd tot ist und man absteigen soll. Aber was macht der Retter? Er bestellt noch einmal zwei Halbe Bier und klopft unserem armen Opfer auf die Schulter…

In Österreich – und wahrscheinlich in vielen Teilen von Europa – herrscht derzeit große Aufregung um das Thema Flüchtlinge. Die Stimmung ist aufgeheizt wie schon lange nicht mehr und es geht polarisierter denn je zu. Warum? Meiner Meinung nach kommt auch hier wieder Stephen Karpman ins Spiel. Wir, die ansässige Bevölkerung, sind die armen Opfer, die vom Zustrom überrannt werden. Wir haben Angst, dass sich der aktuelle Zustand verändert. Wir wissen zwar genau, dass es uns nicht besonders gut geht und dass es die nächsten Jahre auch nicht besser wird, aber wir schwimmen gerne in der Suppe des Elends. Die Täter sind in diesem Fall diese eigensinnigen Säcke, die nichts Besseres im Sinn zu haben, als unser schönes, armes, kleines Österreich zu übervölkern, bloß, weil man sie und ihre Familien zu Hause abschlachtet, aufhängt, enthauptet oder verbrennt. Was wir wollen, ist ein Retter. Glücklicherweise kommt gerade einer ins Spiel. Nämlich einer, der da ist für uns Österreicher und unsere Sorgen versteht; ein Ersatzpapa, der es ihnen zeigen wird: Einer von uns.

Um jetzt auf den Kern zurückzukommen, kann man die beiden Themen wieder zusammenführen. Weder im ersten Beispiel des maroden Unternehmens noch im zweiten Beispiel des ängstlichen Staates wird uns der Retter die Rettung bringen. Die Rettung können wir uns nur selbst bringen. Indem wir lernen, loszulassen. Indem wir lernen, mit Veränderungen zu leben. Indem wir lernen, zu akzeptieren, dass sich die Welt weiterdreht. Das Land und die Stadt, in der wir heute leben und in der wir versuchen, die Spuren des gestern zu erhalten, wird morgen schon Geschichte sein. So war es immer und so wird es auch in Zukunft sein. Die Entwicklung lässt sich nicht ändern, unser Umgang damit sehr wohl.

Woran hältst Du Dich fest? An einer Beziehung, die Dir nichts mehr bedeutet? An einem Job, der Dir nur monatlich Geld, aber keine Freude bringt. An Gegenständen, die Dir nur im Weg sind? An Deinem alten Ich, dass Dir nur im Weg ist? An einem Land, dass nur noch in Deiner Vorstellung so aussieht, wie Du es gerne hättest? Ich weiß es nicht, aber ich wünsche Dir viel Spaß dabei, es herauszufinden und es loszulassen.

 

12 Gründe, warum Du Deinen Job kündigen solltest!

  1. Es ist gerade 13 Uhr und Du denkst schon an den Feierabend.
  2. Es ist Sonntag, Du sitzt gemütlich beim Frühstück und Dir graut schon vor morgen in der Früh.
  3. Es ist Dienstag, 8 Uhr. Du bist gerade mit dem Auto unterwegs und setzt den Blinker zum Abbiegen auf den Firmenparkplatz. Dabei denkst Du daran, dass Du jetzt wieder mindestens 8 Stunden in diesem Angestelltenknast verbringen musst.
  4. Es ist Mittwoch, 10 Uhr und Du hättest viel zu tun. Stattdessen siehst Du lieber nach, was auf Facebook los ist.
  5. Alle anderen im Unternehmen machen auf Dich einen zufriedenen Eindruck und sehen gar nicht, was hier abzugehen scheint. Anscheinend bist Du der einzige, der so richtig angekotzt von dem Laden ist.
  6. Es ist Freitag am Nachmittag und Du gehst gerade heim. Die Woche war zwar nicht anstrengend, aber trotzdem bist Du irgendwie nicht in der Lage, irgendetwas zu unternehmen. Du machst die Spielkonsole an und spielst stundenlang irgendein sinnloses Spiel. Oder Du surfst stundenlang sinnlos auf Facebook und anderen Seiten herum
  7. Du hast keinen Bock mehr auf gute Gespräche und soziale Kontakte. Wenn Du dann doch einmal rausgehst, dann knallst Du Dir die Birne voll, bis Du endlich nichts mehr spürst von der Welt.
  8. Du denkst, Du würdest zwar gerne was anderes arbeiten, aber Du kannst ja nichts anderes. Deshalb bist Du in dieser Welt gefangen.
  9. Dir ist wichtig, was die anderen von Dir denken. Daher traust Du Dich nicht zu kündigen, weil Du dann die Erwartungen von Deinen Eltern, Deinen Verwandten, Bekannten oder Freunden enttäuschen oder zumindest nicht erfüllen würdest.
  10. Du hast Angst, dass Du nie wieder in Deinem Leben so viel Geld verdienst wie bei diesem Job.
  11. Das, wofür Du zuständig bist, interessiert Dich überhaupt nicht. Wenn sich Kunden über irgendetwas beschweren, was nicht funktioniert, denkst Du Dir: „Hast Du Arschloch denn keine anderen Probleme? Anderswo haben die Leute nichts zu fressen und Du beschwerst Dich über so einen Scheiß?“.
  12. Du weißt, dass das hier eigentlich nicht die entscheidende Mission in Deinem Leben ist. Das Leben hat noch was anderes mit Dir vor.

Ich könnte jetzt noch ein paar weitere aufzählen, aber ich habe mir diese 12 nicht aus der Nase gezogen oder irgendwo abgeschrieben. Genau so ist es mir vor noch ungefähr 18 Monaten ergangen. Es war kein schönes Gefühl. Ich habe meine Ängste überwunden und mache jetzt etwas ganz anderes. Ein paar Befürchtungen sind auch eingetreten: ich verdiene derzeit nicht einmal mehr annähernd so viel Geld wie in meinem alten Job und meinen schönen Dienstwagen musste ich auch zurückgeben. Manchmal fahre ich mit dem Fahrrad oder der Straßenbahn bei meiner alten Dienststelle vorbei und dabei überkommt mich ein Gefühl von Befreiung. Ich bin froh, hier nicht mehr jeden Tag meine Stunden verbringen zu müssen.

Das liegt natürlich in erster Linie an mir. Der Arbeitgeber war ok und auch meine Vorgesetzten und Kolleginnen und Kollegen waren größtenteils schwer in Ordnung. Mit manchen davon treffe ich mich heute noch sehr gerne. Aber mein Platz war einfach nicht dort, sondern ganz woanders. Wo genau, das weiß ich noch immer nicht so genau, aber ich bin ihm in den letzten Monaten schon ein deutliches Stück näher gerückt. Das spüre ich.

So viel zu meinen heutigen Gedanken. Ich wünsche Dir weiterhin viel Spaß mit Dir selbst. Solltest Du Dich in dem Artikel wiederfinden, dann weißt Du glaube ich, was Du zu tun hast. Ich wünsche Dir, dass Du auch den Mut und das Verständnis Deiner Mitmenschen dabei haben wirst.

Meine Erkenntniswoche

Die letzte Woche hatte ich frei und nutzte die Zeit für ein paar ausgedehnte Wanderungen und eine Radtour in Wien und Umgebung. Da ich dabei stets alleine unterwegs war, hatte ich jede Menge Zeit, mich mit mir, meinen Gedanken und meinen Plänen für die nähere und fernere Zukunft auseinanderzusetzen und so stelle ich die Tage unter das Motto „Erkenntniswoche“.

Ich fürchte, die Erleuchtung hat mich diese Woche nicht eingeholt, aber ein paar interessante Erkenntnisse waren schon dabei für mich, die ich nun hier versuche, zusammenzufassen.

Erkenntnis Nummer 1: Ich bin gerne mit mir alleine. Alleine etwas unternehmen ist ja in unserer Gesellschaft fast verpönt. Warum unternimmt man denn überhaupt erst etwas, wenn niemand dabei ist? Für mich sind das sehr erholsame Stunden, in denen ich lesen, Musik hören, Bücher hören oder einfach die Gedanken in meinen Kopf kreisen lassen kann. Das ist sehr entspannend und befreiend. Trotzdem mag ich andere Menschen.

Erkenntnis Nummer 2: Eine Woche mit mir alleine hat mich ein wenig langsamer gemacht. Und das meine ich im besten Sinne des Wortes. Irgendwie sind die Sinne geschärfter und die Gedanken klarer. Mir ist aber auch aufgefallen, dass mir in dieser Zeit dann, wenn wieder andere Menschen anwesend waren, die Gespräche schwerfielen, weil mir das Tempo zu hoch war. Ich musste mich erst wieder an den Rhythmus von Geben und Nehmen eines Gespräches gewöhnen. Dieser Aspekt fällt ja völlig weg, wenn man sich nur (gedanklich) mit sich alleine unterhält.

Erkenntnis Nummer 3: Lasse Dich nicht von höheren Mächten von Deinen Zielen abhalten! In meinem Fall meine ich damit konkret den Wetterbericht. Wenn es nämlich nach dem gegangen wäre, dann hätte ich eine Woche lang im strömenden Regen verbracht. In der Praxis haben mich aber nur ganz wenige Tropfen getroffen und ich hatte herrliches Ausflugswetter. Wenn es doch einmal geschüttet hätte, dann hätte ich meine Wanderung einfach abgebrochen. So what… Das funktioniert natürlich nur bei ungefährlichen Stadtwanderungen, in den Bergen geht das natürlich nicht.

Erkenntnis Nummer 4: Ich möchte mein Geld in Zukunft am liebsten mit dem Schreiben von ebooks verdienen. Das ist allerdings eine langwierige Angelegenheit, denn um von den Tantiemen leben zu können, benötige ich geschätzte 30 bis 50 davon. Derzeit halte ich gerade einmal bei 4. Meine nächsten Themen habe ich allerdings schon gefunden und daher werde ich die Arbeit zu meinem nächsten Buch (oder vielleicht auch gleich zu meinen nächsten zwei oder drei, davon aber mehr in einem anderen Artikel…) schon in ein paar Tagen wieder aufnehmen.

Erkenntnis Nummer 5: Ich werde nicht ins Hamsterrad zurückkehren, das ich vor 16 Monaten verlassen habe. In den letzten Tagen habe ich ein sehr interessantes Jobangebot bekommen, dass mich geradewegs dorthin zurückbefördert hätte. Die Rahmenbedingungen waren allerdings sehr attraktiv, sodass ich wirklich stark am Überlegen war, es zu versuchen. Vorgestern habe ich das Angebot nach reiflicher Überlegung aber abgelehnt und es geht mir gut damit.

Erkenntnis Nummer 6: Ich verbringe zu viele Stunden in meinem aktuellen Brotberuf. Angefangen habe ich vor mehr als einem Jahr mit 28 Stunden, im November musste ich auf 33 Stunden aufstocken. Da bleibt kaum mehr Zeit, meine Kreativität auszuleben. Daher werde ich versuchen, die Stunden wieder auf ein erträglicheres Maß zu reduzieren. Was passiert, wenn das nicht funktioniert? Das weiß ich noch nicht…aber die 33 Stunden sind kein Dauerzustand für mich, denn…

Erkenntnis Nummer 7: Ich bin noch lange nicht von der Selbstständigkeit geheilt und möchte mir das Geld neben dem Schreiben von Büchern langfristig lieber mit einem selbstständigen Verdient dazuverdienen als mit meinem derzeitigen Teilzeitjob. Der macht mich zwar nicht unglücklich, ich merke aber, dass ich dabei schon wieder an eine Grenze gelange, was neue Erfahrungen anbelangt. Schon seit Monaten schwirrt in meinem Kopf herum, die Inhalte meines Buches „Nichtraucher – die Schweine-Methode“ in Seminarform anzubieten. Entweder live oder als Video-Seminar. Dieses Projekt ist jetzt in meinem Kopf so weit gereift, dass ich es wohl bald in Angriff nehmen werde.

Erkenntnis Nummer 8: Ich kann mir vorstellen, vertrieblich (auf selbstständiger Basis) tätig zu sein. Viel mehr ist im Moment dazu noch nicht zu schreiben, aber wenn es ein Produkt oder eine Sache gibt, die mir wirklich Spaß machen und hinter der ich stehen kann, dann würde ich so etwas auch gerne an den Mann bzw. an die Frau bringen. Es soll aber kein unseriöser Scheiß wie Trinkwasseraufbereitungsmaschinen sein.

Erkenntnis Nummer 9: Es geht mir gut! Besser als vor eineinhalb Jahren, als ich noch in der Tretmühle gefangen war und auch besser als vor dieser Woche. Die Gedanken in meinem Kopf haben sich geordnet und ich habe eine grobe Ahnung davon bekommen, was ich die nächsten Jahre machen möchte und vor allem, was für ein Mensch ich sein möchte. Ich mag keine Oberflächlichkeiten, mich interessieren Menschen und ihre Meinungen und ich möchte gerne interessante Gespräche mit interessanten Menschen führen.

Erkenntnis Nummer 10: Ich denke daran, diesen Blog einzustellen und noch einmal neu zu beginnen. Für mich ist nämlich nicht mehr die „Kompetenzgruppe Selbstmanagement“ interessant, sondern die Person „Martin Schmidt“ und seine Gedanken, Interessen, Projekte und beruflichen Schwerpunkte. Daher überlege ich im Moment den Neustart auf einer viel persönlicheren Ebene, als es hier der Fall ist. Ich möchte über Dinge schreiben, die mich interessieren und keine austauschbaren Inhalte. Ich denke, die Artikel der letzten Wochen haben das schon recht deutlich gemacht und so soll es auch weitergehen.

 Morgen werde ich also wieder an meinen Arbeitsplatz zurückkehren und ich bin schon gespannt, mit wie viel Spirit, Motivation und Freude ich die Wiederkehr verbringen werde. Auf jeden Fall wünsche ich Dir eine angenehme (Arbeits-)Woche und natürlich wie immer viel Spaß mit Dir selbst!